Mit großem Erstaunen und Unverständnis erfuhr man dieser Tage, dass die Pflegestufe I beim Aufstellen des Bundeshaushaltes 2026 aus Kostengründen möglicherweise gestrichen werden soll. In der Argumentation dazu liest man, dass dabei 2 Milliarden Euro gespart werden können. Ein stolzer Betrag, der sich gut liest und dennoch bei genauer Betrachtung als Bumerang in Erscheinung tritt. Denn angekoppelt an die Pflegestufe I ist ein monatlicher Sachleistungsbetrag von 131 Euro, der für Hilfeleistungen von den Pflegekassen abverlangt werden kann. In der Praxis sind, bezogen auf unseren Verein, von im letzten Jahr erbrachten 11.000 Hilfeleistungsstunden 7500 Stunden über die Pflegekassen abgerechnet worden. Das sind Hilfen wie Begleitfahrten zum Arzt, Begleitfahrten zum Einkaufen oder kleine Reinigungshilfen im Haushalt. Diese Unterstützung wird von qualifizierten, ausgebildeten Helfern angeboten, die tagein, tagaus gegen ein sehr geringes Entgelt Hilfeleistungen ausführen und ein Wohnen zu Hause erst möglich machen.
Sollte sich nun der Einsparvorschlag durchsetzen, ist es einer Vielzahl von Mitgliedern nicht mehr möglich, sich Hilfeleistungen vom Verein zu wünschen, weil dafür kein Geld in der Haushaltskasse bereitsteht. Die Problematik betreffe genauso die vielen Nachbarschaftshilfen, die dem Sinn nach die gleichen Hilfeleistungen ausüben wie unser Verein.
Schlussfolgernd bleibt Ihnen keine andere Wahl als sich um einen Platz in einem Altersheim zu bemühen. Ganz abgesehen davon, dass den Menschen ihr Zu Hause wegbricht, ist der finanzielle Aufwand für die Sozialämter dann um ein Vielfaches von den „ersparten 2 Milliarden“ zu bewerten.
Begrabt diesen Gedanken, denn dieser Schuss geht nach hinten los. Das ist mein Ratschlag an alle, die sich in die falsche Richtung verstiegen haben.
Walter Parma
Geschäftsführender Vorstand
Generationen Füreinander BGL e.V.